CATY und unser Buch WDPNSK
„Wie ein Punk nach Stuttgart kam…“ – müsste eigentlich ein Kapitel meiner Lebensgeschichte lauten.“
CATY SCHRIEB: „Zufällig und natürlich leider viel zu spät erfuhr ich von der Existenz Deines subkulturhistorischen Meisterwerks – und habe es dann auch prompt bei Uli Schwinge bestellt.
Tolle Idee, interessante Gestaltung und sehr gut recherchiert – mit viel Bildmaterial zum Thema! Die beiliegende CD ist dann noch das „akustische Sahnehäubchen auf der Torte!“Drei lange Lesenächte liegen jetzt hinter mir…Ich saß in meiner imaginären Zeitmaschine und beschleunigte zurück in eine Epoche der verblassten Erinnerungen – denn auch ich war damals ein kleiner Teil von diesem Stuttgart-Punk-Mikrokosmos…wenn auch nur in einem begrenzten Zeitfenster (`82 -´85).Mein damaliger Spitzname war CATY (abgeleitet von CATWEAZLE) weil ich öfter mal Catweazle-T-Shirts getragen habe (eines davon besitze ich heute noch!).Der kleine Schlossplatz, der Uni-Park, die Hauptstätter 104 (HAF), Breitscheidstraße, Exil, OZ, Mausefalle, Casino, Röhre usw. – sind für mich keine unbekannten Orte!
Auf der „Totenliste“ im Buch fand ich einige mir noch in Erinnerung gebliebene Namen…requiescant in pace.Auch an Nadja habe ich noch eine gewisse Erinnerung.Ich war 14, als sich mein bisheriges Leben radikal ändern sollte…damals erschien die erste Platte der britischen „Skandalband“ The Sex Pistols (never mind the bollocks).Das war jetzt für mich nichts „gaaanz Neuartiges“, denn es waren mir seinerzeit schon einige US-Bands mit ähnlichem „Sound“ bekannt, wie z. B. The Ramones, The Dead Boys oder The New York Dolls.
Mein damaliger Schulfreund(„Gitarrist“) und ich haben „zusammengelegt“ und uns die Scheibe in einem Plattenladen in Ulm gekauft. Welch eine musikalische Offenbarung! Fast schon geniale, sarkastisch-ironische und gesellschaftskritische Texte, gewürzt mit einem knallharten, dreckigen Gitarrensound! Genau unser Ding!Schlussendlich kam , was kommen musste – die „Transformation“!…zerzauste Haarspray-Frisur und Mecki…und dann wurden noch die Haare gefärbt!Hochgekrempelte Jeans, schwarze BW-Hosen kombiniert mit Military-Boots (später Doc Martens) oder knöchelhohen Converse-Turnschuhen, dazu noch eine alte US-Army Jacke oder Lederjacke.Ich glaube es war im Frühjahr oder Sommer 1982 als ich mit ein paar Kumpels zu einem Meteors-Konzert nach Stuttgart gefahren bin.Das müsste in der Mausefalle gewesen sein. Danach noch einmal Ende ´82 zu den Dead Kennedys.Das war dann „das Jahr an dem wir Kontakt aufnahmen“…
Im Frühling ´83 war ich zum ersten Mal auf der „Hoch-Terrasse“ bei den Rolltreppen am Kleinen Schlossplatz. Müsste ein Samstag gewesen sein und ich war, meine ich mich erinnern zu können, wegen einem Konzert am Abend im „OZ“, gekommen. Nach anfänglichem Misstrauen, kam ich schließlich dort doch noch mit einigen Punks ins Gespräch. das waren, meine ich, Koby (Skinhead-Optik), Schmutz, Armin und Peter Pan. Es waren auch noch 2 oder 3 Mädels dabei, deren Namen mir nicht mehr im Gedächtnis sind (eine von ihnen hatte kurzgeschnittene, blau gefärbte Haare?).Auch an ein großes, besetztes Gebäude (wahrscheinlich Breitscheidstraße) kann ich mich noch ein wenig erinnern … . Wir waren, glaube ich, zwei- oder dreimal dort gewesen.Es gab keinen Strom und nach Einbruch der Dunkelheit war es nicht ganz ungefährlich sich, ohne Taschenlampe oder Feuerzeug, durch das Treppenhaus ohne Geländer zu tasten. Man musste auf der Rückseite des Gebäudes über Balken oder eine Leiter „balancierend“ durch ein geöffnetes Fenster einsteigen, weil der Haupteingang versperrt war. Einmal geriet ich sogar in einen kleinen Polizei-EinsatzSo verging die Zeit etwa bis Spätsommer/Herbst ´84 – damals, unmittelbar nach meiner „Psycho-Konversion“, lernte ich ein „süßes“ Wave-Mädel aus Biberach kennen…Damit endete für mich dann das Kapitel Stuttgart-Punk, denn das Schicksal hatte noch etwas anderes mit mir vor…
Greetings from the pastWolf / Caty“ – (Ende des e-mails)

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